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Junsi iCharger 4010DUO, Ladepower ohne Limits?

Bitte auch die komplette Fotoserie mit ansehen. Sie sind ergänzend zum Text und mit Kommentaren versehen

Junsi zeigt es uns wie man immer leistungshungrigeren Akkus begegnen kann, man steigert ebenso die Lade-/Entladeleistung. Ein einfaches Rezept – nein – weit gefehlt. Der technische Aufwand ist dabei enorm und so manch ein Hersteller scheut diese Entwicklung. Der Junsi iCharger 4010 DUO stellt Rekorde auf in dem er zwei Ausgänge mit je 1400Watt Lade- und bis zu 1600W Entladeleistung (einzeln pro Kanal und bis zu je 10 LiPo) zur Verfügung stellt …. diese Zahlen müssen erst einmal sacken und in dem ausführlichen Test näher betrachtet werden!

Vorab

Im Herbst letzten Jahres erreichte mich ein Vorserienmodell des 4010DUO dank der Mithilfe von ZJ-Hobbyshop. Seit dem unterstützen „wir“ (Fachleute) Junsi den 4010DUO gründlich zu testen und mögliche Verbesserungen mit einfließen zu lassen. Erstaunlich wie geduldig hier Junsi immer wieder reagierte und uns steht’s mit neuer Beta-Ware Schritt für Schritt weiter zum Ziel brachte. Das zog sich bis zum späten Frühjahr hin und herausgekommen ist die V2.04! Ab diesen Zeitpunkt hatte ich ein gutes und zufriedenes Gefühl, dass „der 4010DUO fertig“ ist. … mit ein Grund, warum erst jetzt ein ausführlicher Test erscheint!

Äußerlichkeiten

Schon im Vorfeld spalteten sich die Meinungen bezüglich der Gehäuseform und Farbgestaltung. Es gab ein schwarz/oranges Gehäusedesign was mir persönlich besser gefallen hätte – aber – das soll nicht Gegenstand einer Kritik sein! Junsi hat sich für die „gedeckt-blassen“ Farben entschieden. Als der 4010 vor mir stand war klar, mit dem Konzept freundet man sich schnell an. Der Grund liegt im Konsequenten folgender drei wichtigen Attribute eines DUO-Ladegerätes:

  • Die wichtigen Zugänge sind an der Front klar gegliedert angeordnet

  • Die Bedieneinheit (Panel) ist mittig bedienerfreundlich angeordnet

  • DAS schwenkbare Display, groß, vertikal gegliedert, informative Inhalte, sehr scharf, kontrastreich und zudem farbig zeichnend!


Das Vorseriengerät wurde noch mit komplettem Zubehör geliefert. Beim Testgerät (Junsi Lieferung) aus neuester Produktion (Mai 2013/V2.04) fehlten einige Zubehörteile wie die Ladeleitungen zum synchronen Laden und die beiden Temperaturfühler. Dem neuen Testgerät lagen bei: Zwei Ladekabel, Zuleitung, zwei Balancer-Adapter XH, CD und USB-Kabel. Wer die Speichermöglichkeit per Micro-SD Karte (mSD) nutzen möchte – unbedingt empfehlenswert – sollte sich eine „Standard“ 2GB oder 4GB (Class 4) Speicherkarte besorgen und die am PC per „FAT" oder bei der 4GB per „FAT32“ formatieren. Erfreulich ist, dass der 4010DUO komplett in LogView integriert wurde und die Programmierer demnächst sogar das direkte Einlesen der abgespeicherten Datenfiles ermöglichen werden. Die beiliegende Anleitung ist ins Deutsche übersetzt und mittlerweile auch dem neuesten Softwarestand (2.04) angepasst aber leider fehlen weiterreichende Erklärungen bzw. Empfehlungen!
Er ist kein Leichtgewicht mit ca. 1500g. Auch die Gehäusemaße eines 2000W Laders sind entsprechend größer als „normal“ (s. technische Daten). Aber schnell wird klar, es ist alles richtig so am Gerät! Das Gehäuse ist griffig und hinterlässt einen stabilen Eindruck dem ein kräftiger Stoß nichts anhaben kann.  Die 10AWL (ca. 5mm2) hochflexible Zuleitung („nur“ ca. 50cm lang) ist mittels EC5 Stecker-/Buchse trennbar.  Die Lüfter sind rückwertig im Gehäuse untergebracht und werden temperaturgesteuert geregelt. Aber Achtung! Die Lüfterschlitze sind weiter angeordnet, so dass dünnere Finger(kuppen) hier reinrutschen können – Verletzungsgefahr im laufenden Betrieb! Der Temperatureinsatzpunkt ist im „Charger-Setup“ einstellbar. Sie arbeiten drehzahlgesteuert „noch diskret“ aber immer zu zweit auch wenn nur ein Kanal genutzt wird. Die USB-Schnittstelle und der mSD-Kartenslot sind ebenso rückwertig zu finden. An der Front ist alles das zum Pflegen der Akkus notwendige gruppiert. Nur warum die Plus-Minusanschlüsse rechts/links gedreht sind und die dazugehörigen Balanceranschlüsse nicht entzieht sich meiner Kenntnis. Das Display ist in festen Stufen fünffach schwenkbar von flach im Gehäuse liegend bis senkrecht stehend.

Innereien

Das Gehäuse ist zweiteilig. Die Oberschale (Bedienpanel) ist mit einem kurzen (steckbarem) Flachkabel mit der Hauptplatine kontaktiert. Der Blick auf die Hauptplatine legt kleine Fertigungsschwächen offen. So sind die Kondensatoren nicht mit der Platine und die Hochstromdrosseln (zirpen leise ab & an) nicht mit dem Kern fixiert (habe ich bei beiden Geräten mit Klebesilikon nachgeholt). Die Lötungen der vier Hochstromanschlüsse sind „etwas mager“ benetzt für max. 40Ampere – die Fläche wäre dafür vorgesehen! Hier sollte Junsi mehr Wert auf konstant hohe Fertigungsqualität legen um nicht daran eine erhöhte Reklamationsraten zu provozieren.
Der dominante Kühlkörper wird von zwei Lüftern umströmt um die Wärme nach außen zu leiten. Die Leistungshalbleiter sind per Wärmeleitpad mit dem Kühlkörper verbunden. Der Kühlkörper ist sicher mit der Platine verschraubt. Oben rechts sind noch der Mini-USB und die beiden Kontaktleisten (dreipolig) für den Servotest zu erkennen. Oben links befindet sich der Kartenschacht der mini-SD Karte. Ein Softwareupdate ist per USB-Kabel und der Software (unter Windows lauffähig) von Junsi möglich. Die neueste Firmware (FW) und weitere Infos stehen auf der Supportseite von Junsi zur Verfügung.

Bedienung

Auspacken und intuitiv loslegen ist beim 4010DUO nicht angesagt. Man sollte sich ruhig einen Nachmittag lang die Zeit nehmen und mit der Bedienungsanleitung die Grundfunktionen Punkt für Punkt durchspielen bis sich die neue Bedienphilosophie des 4010DUO intuitiv erschließt.
Leider fehlen Einstellungs-Beispiele wo dessen Unterschiede (Vor-/Nachteile) genannt werden. Eine eindeutige Einsteiger-Empfehlung fehlt gänzlich!

Was ich zu 100% unterstütze ist eine „offene Menüführung“ wo nicht das Gerät die Grenzen steckt sondern der User! Klar erschlagen einen am Anfang die (verstell) Möglichkeiten und genau dafür sind sinnvolle Voreinstellungen vorhanden. Der Rettungsanker existiert in Form von:  „Default laden“ und alles ist wieder im Auslieferungszustand! Hier sämtliche Menüs zu beschreiben würde den Test sprengen aber Alternativ sind reichlich Display-Fotos mit Erklärungen vorhanden.

Das manche Bedientaster doppelbelegt nutzbar sind erlernt man schnell. Der User sollte die Möglichkeiten nutzen bis zu 64 Speicher zu seinen Akkus „Battery Memory“ definieren. Diese lassen sich auch exportieren / importieren, so dass man sie auf einem zweiten 4010DUO 1:1 oder einfach zur Rücksicherung zur Verfügung hat. Leider hat Junsi eine (für mich) sehr wertvolle Funktion nicht aus den kleineren Geräten (306B/3010B) übernommen. Eine feste Kopplung wichtiger Einstellungen im „Charger-Setup“ und den Akku-Speichern „Battery Memory“ ist nicht vorgesehen.


Technisches

Junsi hat sich für 2 x 10s („s“-> Zellenanzahl) je Kanal und nicht für 12s oder 14s entschieden. Einige bedauern dass, ich gebe zu bedenken: Die sogenannten „Long-Packs“ (Stick-Packs) werden per „handmade“ aus 2 x 5 = 10s / 2 x 6s = 12s / 2 x 7s = 14s (meist kostenintensiver) nachträglich zusammengesetzt! Ein Blick auf dessen Balanceranschlüsse zeigt, auch die Hochstromanschlüsse ließen sich getrennt rausführen und somit als zwei getrennte Packs laden. Leider bietet Junsi zum 2 x 10s Lader keinen passenden Balancer-Adapter, der wenigstens bis 7s adaptiert, mit an. Aber, wer es möchte könnte 2 x 3s, 2 x 4s oder 2 x 5 Packs seriell verschalten und als 6s, 8s bzw. 10s laden.
Zentrales Element ist die updatefähige STMxxFxxx-32Bit CPU und der von Junsi eingesetzte „Buck-Boost Converter“ (DC-DC Wandler) der mit Kanal 1 und Kanal 2 insgesamt (synchron) 2000W oder einzeln betrieben, pro Kanal noch 1400W leistet. Das ist natürlich Eingangsspannungsabhängig. Hier eine kleine Tabelle über die Leistungsfähigkeit und guten Wirkungsgrad des DC-DC Wandlers (Eingangs-Spannungsanzeige sehr genau, Eingangs-Stromanzeige ca. 4% Abweichung):

  • 09V – ca. 0480W Ladeleistung – Eingangsstrom: 65A - Eta: 82%

  • 12V – ca. 0680W Ladeleistung – Eingangsstrom: 65A - Eta: 87%

  • 15V – ca. 0850W Ladeleistung – Eingangsstrom: 65A - Eta: 88%

  • 24V – ca. 1350W Ladeleistung – Eingangsstrom: 62A - Eta: 91%

  • 48V – ca. 1995W Ladeleistung – Eingangsstrom: 44A - Eta: 94%


Das sollte man wenigstens bei der „allround“ Eingangsspannung von „nur“ 12,5V mal näher betrachten. Die Ladeleistung ist hier schon derart hoch, dass zwei 6s-5000mAh Packs locker mit 15A je Kanal (3C Laderate, also ein 12s Pack) geladen werden können! Aber Achtung, es fließen dann satte 65A Eingangsstrom der von einer vollgeladenen 66Ah Pb-Batterie nur (viel zu) kurz gehalten wird! Hier bedarf es mindesten einer 100Ah Pb-Batterie oder höher. Es ist schnell einzusehen, dass ein „derartiger Lader“ nach mindesten 24V Versorgungsspannung schreit. Aber auch hier erreicht der max. Eingangsstrom noch knapp 65A beim vollen Ausnutzen der Ladeleistung!
Dabei gibt sich der 4010 sehr „spannungstolerant“. Dieser erstreckt sich von 9V bis 50V. Ab 50,1V bis 51,9 gibt es eine Warnung aber die Funktion des 4010 ist voll gegeben. Oberhalb von 52V wird eine Fehlermeldung (Gerät ohne Funktion) ausgegeben. Die absolute Ladestromhöhe ist Schaltungsabhängig. Pro Kanal lassen sich bis zu 40A einstellen innerhalb der 1400W. Im Synchronmodus werden daraus bis zu 70A! In der Praxis wurde das erste Mal mein CALB 4s-100Ah LiFe (mobile Versorgung) Akku fast mit 0,7C in knapp zwei Stunden schnell vollgeladen – sensationell! Dabei „kochte“ alles (besorgniserregend) bei diesem Extremtest im Keller (20°C) auf Höchsttemperatur! Die Lüfter im 4010DUO liefen auf voll, er war kurz vor der Begrenzung, sämtliche Hochstromleitungen waren heiß und butterweich, die 4mm Goldstecker-/buchsen erreichten mindesten 75°! (Bitte bedenken, hier wurden um die 1400Wh umgesetzt!).
Die Entladeleistung ist genauso beeindruckend. Ohne Rückspeisung immerhin 130W pro Kanal. Auch hier mal kurz nachtrechnen: Es ließe sich also ein 6s-5000Ah Pack mit mindestens 1C direkt entladen! Werden beide Kanäle parallel betrieben reduziert sich die Entladeleistung auf 200W (pro Kanal 100W). Aber richtig krachen lässt es der 4010DUO mit aktivierter Rückspeisung (regenerativ). Dann sind die Ströme derart hoch, dass sich der 4010DUO sogar als Teststation für Akkus eignen täte. Pro Kanal stehen hier max. 40A Entladeströme und/oder max. 1400W pro Kanal zur Verfügung. Dabei dürfen die Kanäle mit Einbußen auch gleichzeitig arbeiten. Aber auch hier gilt: Die begrenzende Komponente ist der maximale Rückstrom von 65A (in eine Batterie oder DC-Last). Macht rechnerisch 40A Entladestrom wenn man auf mindestens 24V zurück speisen könnte (ab 24V reduziert sich der Rückstrom da die Entladeleistung von max. 1400W erfüllt ist)! An meinem 4s-100Ah LiFe (14,6V bei 65A) ausprobiert, wurden 2 x 520W Entladeleistung (insgesamt 1040W) erreicht. Dieser Versuch ergab 2 x 25A Entladestrom mit den 2 x 6s-5000mAh Test-LiPos … schon sehr beachtlich! Das Entladen mit externer Last (z.B.: Widerstand, max.: 1600W 40V/40A oder 3200W im synchron Modus) konnte nicht getestet werden.
Der 4010DUO möchte gerne ein Einzelgänger sein sofern als Speisung eine 12V / 24V / 48V Pb-Batterie herhalten muss. Die Wandlerregelzeiten sind dazu zu langsam (Regelzeit bis zu 0,5s) um auftretende Spannungsschwankungen und die daraus folgenden Ladestromschwankungen schnell genug auszugleichen. Der am Oszilloskop dargestellte Ladestrom  (im Versuch „nur“ +- 0,3V Eingangs-Spannungssprünge) zeigte kurzzeitig bis zum doppelten(!) hohe Ladestromimpulse gegenüber dem normalen Ladestrom. Diese treten besonders bei getakteten Ladeströmen auf wenn über 200W beim Zweitgerät abgefordert werden. Auch rate ich dringend davon ab, den 4010DUO an einer KFZ-Batterie beim laufenden Motor betreiben! Als Fehlermeldung erscheint dann:
"Error 16xx - Internal control error".
Perfekt gemanagt ist die Leistungsverteilung. Der 4010DUO teilt die Ströme exakt 1:1 auf sofern ein höherer Lade-/Entladestrom auf beiden Kanälen eingestellt wurde als erreicht werden könnte.

Antiblitz

Hat der 4010DUO an den Lade-Ausgängen wenn man den zu ladenden Akku einem Ansteckprozedere unterzieht. Wer zuerst das Balancerkabel, dann den Plus und zum Schluss den Minus des Akkus anschließt hat Ruhe. Am Spannungseingang des 4010DUO sieht es anders aus. Ab 15V funkt und knallt es deutlich, oberhalb 24V schon erschreckend hoch und an 50V schon gewaltig, so das deutliche Schäden am Stecker zu erkennen sind! Abhilfe schafft eine dazwischen geschaltete (4mm oder 5,5mm) Antiblitz Stecker-Buchsen-Kombi Rücken-an-Rücken gelötet die es z.B. von Jeti/Hacker fertig gibt (Test auf meiner Homepage).
Ergänzung zur neusten FW 2.05: Hier auf RC-N ein Zusatztest wie Junsi das Anti-Blitz beim Anstecken des Akkus gelöst hat: >Klick<

Balancer und Co.

Die Balancer sind oft ein Schwachpunkt bei potenten Ladegeräten aber nicht beim 4010DUO mit maximal 1,2 A Ausgleichsströmen pro Zelle (<1,1 A nachgemessen). Im Synchronmodus, mit speziellen Balanceradapter, verdoppelt sich sogar der Ausgleichsstrom! Die Aktivität wird grafisch per Balkengrafik (sehr informativ und übersichtlich) im Display neben der Einzellspannungen angezeigt. Die Balancer arbeiten mit (optisch) vierfach gestuften Strömen. Die Praxis hat gezeigt, dass diese Balancer in kürzester Zeit auch driftfreudige LiXx Akkus ohne Ladezeitverlängerung in den Gleichstand ziehen. Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig, fast schon wissenschaftlich. Empfehlen tue ich eine Balanceraktivität ab 4 V/Z, eine sinnvolle Reduzierung der CV-Phase auf 10 % und im „sicheren“ Modus 4: "End Current AND Detect Balance" (mindestens CV 10 % UND Ausgeglichenheit der Zellen, dann erfolgt die Fertigmeldung). Wer gering driftende Packs nutzt kann auch gerne Mode 3 nutzen (schneller volle Akkus). Die Genauigkeit ist sehr hoch beim 4010DUO. Das Muster-Gerät erfüllte die <5mV („<“ kleiner als) und das zweite Test-Gerät (aus der Serie) die <10 mV Marke. Wer für gerne noch „hypothetischer“ arbeiten möchte kann die Einzelspannungsanzeige in einem speziellen „Calibrier-“ (Setup) Menü nachträglich noch genauer (bis auf hervorragende <3mV) abgleichen (entsprechende Messmittel mit <0,03% DC-Grundgenauigkeit vorausgesetzt).
Derartige Balancer verlangen nach einer hochwertigen und „dauerhaft“ sicheren Kontaktierung. Diese zu Hauf verwendeten Standard-Steckboards mit vernickelten Kontakten (oxidierfreudig) und den steifen Zuleitungen werden den Balancerqualitäten eines 4010DUO dauerhaft nicht gerecht. Hoffentlich denken die Ladegerätehersteller mal weiter und bieten adäquate Balancerleitungen dazu an (Beispiel s. Foto).
Junsi hat in den 4010DUO keinen vollwertigen Verpolschutz der Balancer integriert. Es ist ein Schutz (Überspannung und kurzzeitiges Verpolen mittels "5V-TVS" Dioden) vorhanden aber die "sorglos" Variante ist es nicht. Also Vorsicht, zweimal hinschauen ob alle Stecker-Buchsen richtig angeschlossen wurden. Bei Seriell oder Parallel verschalteten Packs hilft es, die Stecker-Buchsen farblich zu kennzeichnen!
Ein Novum beim 4010DUO ist: Hat eine (oder mehrere) Zelle(n) innerhalb eines Packs mal Unterspannung (<3,2V/Z), stellt Junsi hier außergewöhnliches zur Verfügung! Hierzu kann man in einem extra Menü "Low voltage restore setup" eine Art „Widerbelebung“ gezielt einstellen. Ist der LiPo auf die Mindestspannung hochgepäppelt, wird danach normal weiter geladen (klasse Junsi!).
Den Menüpunkt "Keep charging after done" empfehle ich nicht bei "normalen" LiPos, da es den Ladevorgang (nicht gewinnbringend) unnötig verlängert! Wer aber Packs mal "richtg lange" Balancen möchte (empfehlenswert bei stark driftenden Packs), findet darin die optimale Funktion das "ab und an" anzuwenden.
Zur Analysefunktion gehört das Auswerten des Innenwiderstands eines Akkus (z.B. LiPo). Dazu kann nach dem angeschlossenen Akku an Ch1 oder Ch2 die dazugehörige „Status 1 / Status 2 Taste, für ca. drei Sekunden gedrückt werden. Dann startet der 4010DUO einen Messzyklus und zeigt die Einzelwiderstände (incl. der Summe) und den Gesamtwiderstand an. Diese Werte sind leicht (bis zu -15%) zu niedrig erfasst. Sie lassen sich sehr gut über die Zeit (Zyklen) „tendenziell“ auswerten! Die periodische Innenwiderstandserfassung ist zudem eine Standard-Funktion beim Laden und Entladen (s. Foto) und wird übersichtlich im Display angezeigt.

Mehr als LiPo
Der 4010DUO pflegt auch NiXx (NiMh und NiMh) sowie Pb Akkus. Auch hier sind die Einstellungen vielfältig. Die Abschaltempfindlichkeiten (-dP) lassen sich in sinnvollen Größen variieren. Auch das Nachpuffern (Trickelcharge) ist vorhanden und einstellbar. Ein Novum ist die Möglichkeit, sogar bis auf 0V gekippte NiXx Zellen zu laden. Dazu bedarf es nur eines Häkchens im Lademenü „Allow 0V Charging“. Für gestresste RX (Empfänger-) oder TX (Sender-) Akkus lässt sich das Reflex-Laden aktivieren. Nur der Refleximpuls ist „sehr frei“ gestaltet (s. Beispielfotos) vom 4010DUO und hat mit dem Original wenig gemein. Der Entladeimpuls ist aber sehr hoch (bei 5A Ladung -> ca. -15A Entladeimpuls). Eine Wirkung vermochte ich nicht einwandfrei nachweisen.

Servotest
Ungewöhnlich oder, in einem Ladegerät ist ein Servotest integriert! Es hat lange gedauert bis der Servotest praxisgerecht und zuverlässig mit den unterschiedlichsten Servotypen von "Micro-" bis "high-torque" HV Servos einwandfrei funktionierte. Seine Auswertbarkeit ist sehr hoch, denn federführend haben MTTEC mit befreundeten Elektronikexperten über Monate daran gearbeitet und so anwendungsspezifisch strukturiert, wie er endgültig und praxisgerecht seit der FW2.04 vorliegt.
Wer sich näher damit beschäftigt stellt fest, wie praxisnah man die Servos analysieren und spezifizieren kann. Diese ausgeklügelte Software gewährleistet eine Selektierung von unterschiedlichsten Servos nach Stellpräzision, Geschwindigkeit und Stromaufnahme (u.v.m.). Beachten sollte man, der Gehäusestecker „J1“ ist für das Servo reserviert und mit festen 5V und max. 1A spezifiziert. Soll es mehr sein empfehle ich aus Prinzip am Gehäusestecker „J2“ eine externe Spannungsquelle (dem Servo in der Spannungshöhe angepasst) anzuschließen. Diese darf zwischen 5V bis 20V bei max. 5A liegen. Ich nehme zum Testen von HV-Servos einen 2s-2200mAh/25C LiPo zum Testen und erhalte  damit 100% auswertbare Ergebnisse (s. Fotos).

Datenspeicher „Logging“

Mit Hilfe einer micro-SD Karte ist dem internen Datenlogging Tür und Tor geöffnet. Eine normale Datenaufzeichnung ist dann bis zu 0,2MB groß. Wer hier eine 4000MByte (4GB) Karte nutzt kann schier endlos aufzeichnen – nur - welche Aufzeichnung gehört zu welchem Akku? Dieses Puzzle artete in einem Geduldspiel aus da nur der Name und die laufende Nummer (kein Datum-Uhrzeit-Stempel) des Akku-Speichers identifizierbar sind. Der 4010DUO ist zu 100% in LogView integriert. Im Laufe dieses Testberichts ist noch der Direktimport der „txt-Datei“ von der mSD-Karte ermöglicht worden. So ist auch das hier verwendete Lade-Entlade-Diagramm entstanden. Diese Funktion wird per Updatefunktion später in LV fest integriert.

Was man wissen sollte, Zusammenfassung als + und -

+ Modernes Ladegerät (mSD-Speicher, USB-Schnittstelle ...)
+ kompaktes Gehäuse bei der Ladepower von 2 x 1400Watt (bzw. 1 x 2000W)
+ Umfangreiche Schutzmechanismen mit ausführlichen Rückmeldungen
+ DC-DC Wandler mit hohem Wirkungsgrad
+ Hocheffiziente und genaue Balancer
+ Enorme Vielfalt an sinnvollen Einstellmöglichkeiten
+ Ein kontrastreiches und sehr übersichtliche  Farbdisplay
+ Ladebuchsen Antiblitz ab FW2.05 integriert

+ Sicherer Balancer-Verpolschutz ab der Gerätegeneration Ende 2014 vorhanden, davor nicht!
- 10s Ladegrät pro Kanal aber "nur" max. 6s-Balancerboards beilegen! Wie lädt man denn 7s Packs?
- Wandlerregelzeit zu träge um sich eine gemeinsame Pb bei höheren Laderaten zu teilen
- Nicht an der KFZ-Batterie bei laufendem Motor laden
- Farbdisplay zwar klasse aber leider schon bei indirekter Sonnenbestrahlung dunkel
- Kein eingangsseitiges Antiblitz, ab 15V Knallt/Funkt es heftig beim Anstecken
- Datenspeicherungsdateien nicht mit einem Datum-Zeitstempel versehen
- Keine Personifizierung (persönlichen Namen und Passwort eingeben)


Resümee

Wer die „Schwachstellen“ weiß zu vermeiden hält ein Ladegerät in den Händen, wie es in dieser Ausstattung seines Gleichen sucht. Gepaart wird die Investition noch von einer bis dato. nicht dagewesener Gesamtleistung von insgesamt 2000 Watt. Die Menüführung ist nach kurzer Eingewöhnung erlernbar und danach genießt man die Freiheiten um sich sein Ladegerät nach persönlichen Wünschen individuell einstellen zu können. … was will mehr … höchstens mehr Futter (Akkus) für diesen tollen Lader 4010DUO von Junsi!


Technische Daten 4010DUO (FW2.04)
Unterstütze Akkutypen: LiIo/LiPo/LiFe, NiMH/NiCd, Pb
Zellenzahl: 1-10 LiIo/LiPo/LiFe, 1-30 NiMH/NiCd, 1-18 Pb (2-36 V)
Eingangsspannung: DC 9-50 V
Eingangsstrom: < 65A
Ladeleistung max. (asynchron): 1400W ab >23.5V
Ladeleistung max. (synchron): 2000W ab >35V
Ladeleistung bei Eingangsspannung 12V: >500W
Ladeleistung bei Eingangsspannung > 24V: >1200W
Ladestrom: 2 x 0.05 - 40A  (asynchron)
Ladestrom: 0.05 - 70A (synchron)
Entladeleistung max.: 200W synchron, 130W asynchron
Entladestrom: 0.05 – 40A (70A mit externer Last)
Regenerartives Entladen: bis zu 1400W asynchron, 2000W synchron
Entladen mit externer Last max.: 1600W 40V/40A oder 3200W im synchron Modus
Balancer-Strom: 1.2A je Ausgang und Zelle oder 2.4A im synchron Modus
Balance Genauigkeit: <10mV
Lüftersteuerung: automatisch, 2 Lüfter
USB Port
Micro SD slot zum Speichern von Logs und Daten
Abmessung: 210 x 140 x 80 mm
Gewicht: 1485g
VK: 309,95€

[asynchron bedeutet, je Ausgang ein eigenes Akkupack]
[synchron bedeutet, beide Ausgänge werden parallel zu einem Ausgang geschaltet]
[Regeneratives Entladen = Strom Rückspeisung in den Versorgungsakku]

Bezug:
http://www.rc-avenue.com




Stand: 08/2013


Fünfzehn Fotos "quer durch" das 4010DUO
36 Displayfotos mit Erklärungen (chronologisch zum Text)
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