X-Treme P 2x400W - Elektromodellflug Infos

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

X-Treme P 2x400W

Lader Test > Dymond

Staufenbiel-DYMOND X-Treme Power mit 2 x 400W Ladeleistung
(Baugleich mit: Hitec Multicharger X2 400)

Es ist schon erstaunlich. Der Modellbaulieferant Staufenbiel bietet ein „DYMOND" DUO-Ladegerät (X-Treme Power) mit 2 x 400Watt Ladeleistung für knapp 150,- Euro an.
Dabei braucht sich der Ladestrom nicht zu verstecken mit bis zu 2 x 20Ampere! Maximal lassen sich je Ausgang sechs LiPos (LiIo, LiFe), 15 NiXx oder 10 Pb Zellen anschließen.

Allgemeines: Der Dymond X-Treme Power (X-TP) ist gut verarbeitet, hat ein robustes Alu-Gehäuse und sieht zudem wertig aus. Die Folientaster hinterlassen ein angenehmes Tastgefühl und die beleuchteten Displays zeichnen kontrastreich und scharf. Intern werkeln zwei getrennte Ladegeräte die völlig unabhängig voneinander arbeiten. Das setzt sich in der Bedienbarkeit fort mit den getrennt angeordneten Folientastern und Displays, hier muss nix hin & her geschaltet werden. Die Anschlüsse sind seitlich für jedes Ladegerät zugänglich. Je Seite:  4mm Ladebuchsen, den Uni-Balancer- (2,54mm Stiftleiste) und den Temperaturfühleranschluss. Als Zubehör liefert Staufenbiel keine externe Temperaturfühler mit. Die beiden Balanceradapter liegen in der XH-Norm bei. Das sollte Staufenbiel noch überdenken und in der Grundausstattung die (im Hause favorisierten) EH-Adapter mit beilegen!
Die Menüführung ist engl. und stellt keine Hürden mit den Standardkürzeln dar. Das kleine (Taschen-) Heft ist in Deutsch und auf 44Seiten sehr ausführlich und informativ gehalten. Leider fehlen teilw. konkret techn. Daten.

Technisches: Die 45cm lange Zuleitung ist mit 10AWG (ca. 5,5mm^2) ausreichend kräftig dimensioniert. Den Abschluss bilden 4mm Goldstecker. Die mitgelieferten Hochstromklemmen sind völlig unterdimensioniert in Anbetracht der möglichen Ströme bis zu 80A - bitte NICHT über 20A zumuten!
Natürlich musste der X-TP einmal an 12,2V und 18V Eingangsspannung zeigen war er drauf hat! Hier wurde ich messtechnisch bei 12,2V und 2x400W Ladeleistung fast an die Grenzen getrieben. Dabei fließt Eingangsseitig ein Strom von satten 80A (achtzig Ampere)! Daran erkennt man auch gut, wie absurd so was an 12V ist! Hier wären 24V oberste Pflicht, was den Eingangsstrom dann auf "zivile" 40A drücken würde! ... aber der X-TP verträgt nur max. 18V!
Der zweite Versuch an 18V, jetzt "nur" noch 52A, zeigte dann wie potent der "Kleine" ist. Die Lüfter leisten dabei ganze Arbeit und schaffen Klimaverhältnissse, die über ein "gerade mal handwarm" nicht hinausgeht. Die Lüfter sind zugehörig zum jeweiligen Kanal Leistung/Temperatur gesteuert. Ab ca. 100W je Kanal könnten sie in Aktion treten und laufen deutlich rauschend im Dauerlauf.
Die Wandler liefern dann einen Wirkungsgrad, der sich um die 81% einpendelt. Die Wandlerregelzeiten sind erfreulich schnell um auch gemeinsam aus einer Pb-Batterie gespeist zu werden, an dem sich noch andere Ladegräte tummeln! Die gesamte Kalibrierung ist auf sehr sicherem Niveau. Die Balancer legen noch einen obendrauf mit einer maximalen Abweichung von 15mV. Die Balancierwiderstande betragen je Zelle 20Ohm. Daraus ergibt sich ein realistischer Balancierstrom (gepulst) von ca. 0,2A. Dieser Balancierstrom ist ausreichend hoch für normal driftende LiPos (die Masse aller LiPos). Wer "Ausnahmen" sein eigen nennt (höhere Driftneigung), muss eben Geduld mitbringen. Die Balancerports sind von den Ladeanschlüssen (Plus-Minus) entkoppelt (hochohmig)!
Die Entladeleistung verfehlt der X-TP auch nur sehr knapp mit 25W (gemessen 2 x 24W). Damit könnte man einen 3s-LiPo noch mit 2,2A entladen. Das ist okay und sollte auch nur für die Lagerung (Storage) Anwendung finden.
Die Spannungsgrenzen sind fest vorgeben. Die Ladegrenzen sind Herstellerkonform, die Entladegrenzen zu tief wie die Praxis immer wieder lehrt (bei NiXx okay).
Schonender wären gewesen (X-TP in Klammern): LiPo = 3,3V/Z (3V/Z), LiIo = 3,0V/Z (2,5V/Z)  und LiFe = 2,5V/Z (2V/Z). Die Storagespannungen sind am oberen Spannungsende angesiedelt mit: LiPo = 3,85V/Z, LiIo = 3,75V/Z, LiFe = 3,3V/Z.
Das Display ist Hintergrund beleuchtet und zeichnet scharf und kontrastreich (s.Fotos rechts, alle ohne Blitz entstanden).
Einen USB-Anschluss hat er nicht. Eine Aufzeichnung am PC oder eine Updatemöglichkeit entfällt somit. Gegen Verpolung Ein- wie Ausgangsseitig, sowie eine Über-/Unterspannungswarnung oder gegen die interne/externe Übertemperatur ist der X-TP abgesichert.

Praxis: Die Menüführung kommt dem bekannt vor, der mit ähnlichen Ladern schon gearbeitet hat. Es findet häufig Verwendung, weil es in den Augen des Testers, ausgereift, selbsterklärend ist und das Nötigste zur Verfügung stellt.
Wer nicht ständig zwischen LiFe und LiPo/LiIo wechseln muss stört sich auch nicht daran, dass diese Einstellung nur über das Menü "USER-SET" gemacht wird. Dabei sind die 10 Prozessspeicher je Lader sehr hilfreich. Ich kann das nur dringend anraten gerade auch, weil die Bedienung pfiffig gestaltet wurde. Nach dem Speichern und der zugehörigen Speichernummer erscheint das Lademenü mit einem zusätzlichen Sternchen. Solange das blinkt sind sämtliche Änderungen möglich. Ein Dauerdruck auf "ENTER" speichert das Eingestellte dauerhalt ab. Einmal den Speicherplatz im Menü "LOAD" anwählen, ca. drei Sekunden "ENTER" drücken und sämtliche Prozesseinstellungen zum Akku erscheinen wieder.
Wer individuell sein X-TP einstellen möchte, hat im "USER-SET" folgende Möglichkeiten: Akkutyp, Zellenanzahl Sicherheitsüberprüfung, NiCd/NiMh dP Vorgaben, externe Temperaturgrenzen, Zykluszeit, Ladeerhaltung für NiXx, Sicherheitszeiten, max. Kapazitätsangabe, Pepper on/off, Unterspannungswarnung und die Hintergrundbeleuchtung.  
Einen Eingangsleistungslimiter stellt der X-TP nicht zur Verfügung. Beim LiXx Laden entscheidet man zwischen drei Modi. "Charge" lädt normal bis zu einem 1/10C ohne Balancerpriorität (i.G. reduzierte Balancerleistung). "Balance" ist das Gleiche nur mit Balancerpriorität (volle Balancerleistung). Erst wenn die Ausgeglichenheit garantiert ist, wird bei spätestens 1/10C abgeschaltet!  "Fast" ist wie Charge, nur das der X-TP bei einem 1/5 C den Akkus als Voll meldet.
Ein 3C Ladeversuch ergab, dass die Fast-Ladung gegenüber der Balance-Ladung gerade mal drei Minuten betrug. Ergo, es lohn also nicht wegen drei Min. auf ein korrektes Balancieren zu verzichten. Ich empfehle deshalb immer das "Balancen" zu nehmen und wenn die Zeit klemmt lieber die C-Rate zu erhöhen (innerhalb der Akkuvorgaben)!
Das Laden zeigt sich unspektakulär. Vorher den Ladestrom und die Zellenanzahl einstellen, Akku und Balancer an klemmen und drei Sekunden auf ENTER drücken und eine anschließende Sicherheitsabfrage zur Zellenanzahl bestätigen (ggf. korrigieren)... und schon wird nach einer kleinen Stromrampe Geladen oder Entladen. Innerhalb der ersten Prozess-Minute lässt sich der Strom noch korrigieren. Das Ende signalisiert der X-TP mit "VOLL" im Display und einem kurzen Piepen.
Im "STORAGE" (Lagern) Programm entscheidet der X-TP eigenständig, ob der Akku entladen oder geladen werden muss für die Lagerspannung.
Bis zu fünf Zyklen Programme sind möglich. Eine Umschaltung zwischen C->D oder D->C ist möglich (C-Laden, D-Entladen).  
Für die NiCd/NiMh Nutzer unter uns, lassen sich die Akkus "automatisch" oder "manuell" im Ladestrom auswählen. Ich empfehle immer aus Sicherheit eine manuell Stromvorwahl mit der dP-Einstellung (Abschaltempfindlichkeit) für NiMh von 6mV und NiCd von 10mV. Der anschließende Ladeversuch, mit diesen Vorgaben, lädt einen vierzelligen AA-Eneloop (2000mAh) perfekt handwarm auf. Der Ladestrom betrug dabei 1,2A. Diodengeschützte NiXx-Senderakkus werden im manuellen Modus einwandfrei geladen.

Resümee:
Der Dymond X-Treme 2x400 leistet Erstaunliches. Er hat während des gesamten Tests keinerlei Unregelmäßigkeiten gezeigt. Auch das volle Ausreizen seiner Power brachten ihn nicht aus der Ruhe. Nur man muss auch ehrlich erkennen, hier werden deutliche Grenzen der "12V Technik" aufgezeigt! Ideal wäre, wenn der X-TP 24V als Eingangsspannung zulassen täte! Ich persönlich würde ihn aus Vernunft (um eine 12V-Pb Batterie nicht zu überlasten) in der Duo-Anwendung nicht über 2 x 250W (entspr. an einem 6s-LiPo bis zu 10A Ladestrom) ober als Single eben voll mit bis zu 400W betreiben. Wer hier keine Sorgen hat genießt die volle Power von 2x 400W gleichzeitig!
Wer zum Einstieg oder Aufstieg in höhere Laderaten einen kostengünstigen und zugleich zuverlässiges Duo-Ladegerät sucht, sollte den X-Treme 2x400 von Staufenbiel in die engere Wahl ziehen!


Technische Daten:

  •    Eingangsspannung: Gleichspannung 10 - 18 Volt

  •    Stromquelle: 12 V Gleichstrom (Autobatterie) oder Netzteil, für max. Ladeleistung mit 1000W Ausgangsleistung

  •    Ladestrom: 0,1 - 20,0 A

  •    Entladestrom: 0,1 - 5,0 A

  •    Ladeleistung: 400 Watt pro Ausgang, Ladestrom wird entsprechend geregelt z.B. 22,2 V Akku, Ladestrom etwa 18 A

  •    Entladeleistung: 25 Watt, temperaturabhängig

  •    Zellenzahl: 1-15 NiCd/NiMH Zellen

  •    1-6 LiPo/LiIon/LiFe Zellen

  •    1-10 Blei Zellen (2 V – 20V)

  •    Balancingstrom: 200 mA

  •    Abschalttechnik NiCd/NiMH: Automatisch, Delta Peak Methode (5mV bis 20mV)

  •    Blei und Lithium: Automatisch, spannungsabhängig, CC-CV Methode (Konstant Strom, Konstant Spannung)

  •    Größe: 200 x 140 x 60 mm

  •    Gewicht: 1220 g

  •    Preis: 149,-€




Stand: April 2012




Äußerliches auf fünf Bildern
In Action auf 12 Bildern
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü