Q6 Plus - Elektromodellflug Infos

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Q6 Plus

Lader Test > ISDT Charger
iSDT Smart Charger Q6 Plus
Bezugsquelle: Stefans Liposhop


Kleine Ladegeräte (Pocket  Charger) hat man so einige zur Auswahl aber dieses Ladegerät, von iSDT,  schlägt Rekorde in Sachen Kompakt und Power!

Der erste Eindruck

SLS bietet mit dem Q6 plus von ISDT ein kleines "Wunderwerk" an. Da hält man eine winzige, weiße "Schale" in den Händen (siehe technische Daten), und murmelt ... "der" soll 300 Watt (bis 14 Ampere) Ladeleistung aufbringen?

Technische Daten (Hersteller):
  • Eingangsspannung: 7-32 Volt (DC)
  • Ladeleistung: max. 300 Watt
  • Entladeleistung: max. 8 Watt
  • Ladestrom: 0,1-14 Ampere
  • Entladestrom: 0,1-3,0 Ampere
  • Balancer-Strom: 1 A/Zelle
  • Zellenzahl: 1-16 Ni; 1-6S Li/LiHV
  • Pb-Spannung: 1-12 Zellen
  • Abmessungen: 80 x 80 x 33,5 mm
  • Display: 2,4" (320 x 240 IPS LCD)
  • Gewicht: 119 g
  • VK: unter 60,-€


Die  "Dimensionen" zur Verpackung und die des Q6+ verdeutlicht der davor  liegende STABILO Stift. (Das Q6+ Display noch mit der Schutzfolie)

Das Zubehör ist überschaubar und beinhaltet die beiden XT60H Buchsen und eine englische Kurzanleitung.

Die linke Seite beinhaltet den XT60 Stecker für die Spannungsversorgung  und die 3,5mm "scLinker" Buchse.

Die rechte Seite dann den XT60  Ladestecker und die sechs Balancerports (XH-Stiftleiste).

Startversuch
Ernüchterung macht sich nach der Neugierde breit, einen spontanen  Ladeversuch zu starten. Es fehlen sämtliche Kabel. Klar, die XT60H  liegen bei, aber nur "nackt". Ebenso fehlt ein Balancerboard bzw. eine  externe Kontaktiermöglichkeit. Deshalb mein Appell, unbedingt gleich  fertige Kabel mitbestellen oder selbst Hand anlegen und löten, wie ich:

Balancerkabel  (hochflexibel/Silikonkabel) von Nessel, XH Verlängerung mit  "kastrierter" Stiftleiste, XT60 Lade-/ Adapterkabel auf 4 mm Buchsen.   Aber  Vorsicht bei so "universalen Stiftkontakten", wie ich sie nutze   für den  Balanceranschluss. Man hat keinen mechanischen Verpolschutz!   Wer hier unsicher  ist, wäre mit  einem fertigen Balancer-Board für EH   und /oder XH Kontakte  (bis 6s)  besser beraten.

Vorher die Bedienungsanleitung lesen ... ja ... dazu rate ich immer. Ich  hatte die Gelegenheit das deutsche Vorabmuster (per pdf-Datei) von SLS  zu lesen. Sie liest sich flüssig und erklärt chronologisch die einzelnen  Menüschritte. Sie erscheint zeitgleich zum Verkaufsstart des Q6+.
Ich wollte es vorab wissen und stellte meinen Kollegen den Q6+ Lader  vor. Die "intuitive" Bedienung wurde bestätigt und sie hätten nach einer  kurzen Einarbeitungsphase los legen können. Allerdings kam mehrfach ein  Wunsch hoch, weil sich das Multifunktions-Rädchen (multi-button press operation)  sehr leicht, fein gerastet dreht und verzögerungsfrei auf  Druck-Kommandos reagiert.  Etwas mehr Drehwiderstand wäre zielführender  um nicht zu oft über  den gewollten Menüpunkt zu rutschen. Aber, mit ein  klein wenig Übung gelingt auch das.


 
Der Q6+ wurde vor dem Test auf die neu erschienene Firmware (FW) V 2.1.0.13  aktualisiert. Der notwendige USB-scLinker ist optional erhältlich,  wirklich preisgünstig und passt an die gesamte Ladegeräteserie von iSDT.  

Technisches
Prägnant erstrahlt das aktive IPS-Display (2,4"  - 320 x 240 IPS  LCD). Es bildet bis zu  262k Farben ab. Hier verspricht die Werbung  nicht zu viel wenn von einem "Hochkontrast Display  mit breitem  Blickwinkel" geworben wird (... Hi-brightness monitor, up to 178° visible ...).    Die Helligkeit passt sich gut der Umgebung an, sofern die    Automatikfunktion dazu eingeschaltet wurde. Auch unter freiem Himmel  lassen   sich die Werte gut ablesen.  
Die  Versorgungsspannung reicht von 7 V bis 32 V. Erst oberhalb  von 16V  merkt man beim Anstecken des XT-60 ein leichtes Knacken. Ich stufe es  für unbedenklich ein.
Die höchste Effizienz (Wirkungsgrad und Leistung) stellt sich ab 20 V Eingangsspannung ein.

Gemessene Leistungswerte:

Tipp: Der jeweils maximale Ladestrom (nicht größer als 14 A) errechnet sich aus:
I [A] = P [W] / U [V]   (Ladestrom = Ladeleistung / Akkuspannung)

 Auf Grund dieser Messdaten kann ich der DC-Wandlertechnik, des Q6+, nur  Gutes bescheinigen. Der sehr hohe Wirkungsgrad rechtfertigt auch das  kleine Gehäuse mit der noch kleineren Kühlung. Es entsteht eben kaum  Wärme!
Bei der Leistungsmessung stelle ich eine erhöhte Differenz zwischen der  realen- und angezeigten Ladeleistung fest. Der Fehler war schnell  gefunden (siehe dazu das Ladediagramm weiter unten). Bei diesem Q6+  wurde der Ladestrom im Mittel 10% zu hoch angezeigt. Tolerierbar wären  noch bis zu 3% um die angezeigte Ladekapazität nicht zu "utopisch"  erscheinen zu lassen. In der Praxis zeigt sich das so; der Q6+  attestiert einem "wahren" 2200mAh LiPo eben 2450mAh nach der Ladung ...  das ist unakzeptabel und zu viel!

Nachtrag:
Zum Testende hat mir iSDT eine spezielle FW zugesandt mit  der sich der Ladestrom kalibrieren lässt. Der "Fehler" konnte damit  vollständig korrigiert werden! Damit leistet der Q6 nun echte 300W (die  Ladeleistung in der Tabelle plus 10%). Da diese Streuung nur die  "wenigen" Vorseriengeräte betraf (so klärte man mich auf), ist diese FW  eine dafür speziell angepasste Version! Betroffene Kunden sollten sich  an ihre Händler wenden.

Der Lüfter arbeitet in der Leistung abgestuft und beginnt ca. ab 52°C  interner Temperatur (laut Anzeige), mit niedriger Drehzahl, zu arbeiten.  Werden die 55°C überschritten, läuft er voll und ist Prinzip bedingt,  in einem helleren Ton gut vernehmbar. Seine Wirkung ist effizient, da  die Abschalttemperatur unter 52°C relativ schnell erreicht wird bei  einer Ladung unter Volllast.
Erfreuliches kann ich berichten, wenn es um die Wandlerregelzeiten geht.  Hier hat es iSDT beim Q6+ verstanden, dessen 32-Bit Rechenpower auch  konsequent umzusetzen. Plötzliche Spannungsschwankungen treten immer an  "Zapf-Sammelstellen" auf,  wo sich mehrere Ladegeräte an einer  Spannungsklemme tummeln. In der  Praxis heißt das, wenn die  Eingangsspannung "nur" um 0,4V schwankt  (hoch schnellt, z.B. von 11,7V  auf 12,1V), ändert sich schlagartig der Ladestrom. Die Auswirkungen hat  iSDT deutlich reduziert. Die Stromspitze schnellt "nur noch" kurzzeitig  max. ein Drittel höher und die Regelzeit,  bis wieder der normale  Ladestrom anliegt, wurde auf  0,5 Sekunden (s) verkürzt (Anm.: Sehr gute  Ladegeräte regeln unter 0,2 s auf den normalen Ladestrom wieder ein)!  Das ist zwar noch leicht grenzwertig aber gegenüber älteren FW-Versionen  eine deutliche Verbesserung zum Positiven. So gerüstet, sehe ich kaum  noch Probleme den Q6+ auch an "Zapf"-Sammelstellen zu betreiben. Aber  was man auf keinen Fall machen sollte, während der Fahrt aus dem  KFZ-Bordnetz laden! Der Ein- und Ausgang des Q6+ ist jeweils mit einer SMD-Platinensicherung gegen Verpolung abgesichert. Das Auswechseln gestaltet sich als äußerst schwierig wenn die ausgelöst hat.

Praxis
Das  Laden gestaltet sich einfach, denn mehr als drei  Eingaben sind nicht nötig wenn ein neuer  LiPo-Akku  angesteckt wird  (Laden/LiPo-Typ/Strom) da die Zellenanzahl  automatisch  vom  Balancerport übernommen wird. ... und schon kann es  losgehen. Der  Ladestrom fährt soft hoch und ein nachträgliches Ändern  ist jederzeit  möglich.
Tipp dazu: Wer zuerst den Balancer des Akkus ansteckt und danach den Pluspol des Ladekabel hat einen Ansteck-Blitzschutz.
Ein  kleiner Fortschrittsbalken oben im Display informiert verlässlich   über  den Ladefortschritt in Prozent. Standard ist die Anzeige des  Ladestroms und die  eingeladenen Kapazität, zusätzlich werden die  Einzelspannungen, die   Zelleninnenwiderstände, die  Eingangs-/Ausgangsleistung und die interne   Temperatur angezeigt, wenn  gescrollt wird. Der Q6+ lädt auch  LiXx Zellen ohne  angeschlossenen  Balancer, sofern das gesondert  bestätigt wurde und  vorher die  Zellenanzahl des Akkus  eingestellt wurde.

Diese  Fotocollage zeigt einen Auszug der einzelnen Menüs. Das beinhaltet die  beiden System-Menüs, dann zwei Aufgaben-Menüs, weiter drei Ladeinfos,  ein Fenster zur nachträglichen Ladestromkorrektur und am Schluss den  "Laden-fertig" Bildschirm. Das vierte Bild zeigt die einstellbaren  Spannungsgrenzen zum Akkutyp. Dort sind im Bereich der  Nennspannung  jeweils +/- 0,05 V in 0,01 V Schritten fein anpassbar. Wer wissen möchte  wie oft mit dem Q6+ geladen wurde erfährt das unter der Anzeige "pcs"  (Bild 7). Die Erste zeigt die Einschalt- und die letzte Anzeige die  Geräte-Aktivitäten (nur die bleibt gespeichert)!
Der Menüpunkt Firmware-Sharing (Bild 2) ist ein ganz besonderer. Das Gerät mit der neuesten FW kann damit als "Spender/Master" agieren. Verbindet man zwei gleiche  Ladegeräte mit dem 3,5 mm Linker-Kabel, versorgt sie anschließend mit  Spannung und betätigt beim Master diesen Menüpunkt, wird dessen FW auf  das andere Gerät übertragen. Einmalig, das gab es in dieser Form noch  nicht!

Beispielladung mit einem 3s-2200mAh und 4C (8,8 A) Ladestrom. Die Aufzeichnung erfolgte mit dem SM-UniLog2 Datenlogger in höchster Auflösung.

Ladestrom in rot, Ladespannung in blau
Zum Ripple bzw. zu den Spitzen im Diagramm: Eine PC-Software "glättet"  (schönt) den Strom- und Spannungsverlauf, dieses Ladediagramm wurde  extern (also live) aufgezeichnet (CC-CV Ladung, constant current - constant voltage)

Der gemessene Ladestrom beträgt 8 A, eingestellt waren 8,8 A. In den  kurzen Strompausen wird der DC-Innenwiderstand der Zellen ermittelt und  zur Anzeige gebracht. Nach ca. 20 Minuten schaltet der Q6+ in der  CV-Phase das Display von orange auf grün. Der Ladestrom geht vorher kurz  auf Null. Hier sind dann ca. 1/10C des Ladestromes erreicht. Die  zeitliche Länge der grünen Phase ist von der Zellendrift abhängig (hier  ein guter LiPo, da sie nur kurz ist bis ca. 21,5 Min. andauerte).
Wer es eilig hat kann den Akku jetzt abnehmen und nutzen!
Andere Hersteller nennen das "Fast"-Ladung und stellen dazu meist ein  gesondertes Ladeprogramm zur Verfügung. Bis zur endgültigen  Fertigmeldung wird die Balancergenauigkeit noch um den Faktor "2"  gesteigert. Nach der grünen-Phase schaltet das Q6+ automatisch in die  blaue Display-Phase bis dann die Fertig Meldung erfolgt, bei maximaler  Balancergenauigkeit. Mein Testmuster erreichte unter 10 mV Differenz  (sehr guter Wert). Das kann eben unterschiedlich lang dauern und ist  abhängig von der Zellendrift des verwendeten Packs. Danach erfolgt die  Abschaltung unterhalb 1/20C (d.h., bei 8,8 A Ladestrom unter 0,4A). Auch  diese Phase ist nicht immer konstant lang, da sie von der Driftneigung  des LiPos abhängt. Letztendlich hat der Testakku für eine 4C Ladung 23  Minuten (Fast: 20 Min.) benötigt bis der Q6+ "voll" meldete.
Der gemessene Balancerstrom ist sehr hoch und betrug beim Q6+ satte 995  mA (gemessen bis zu 1065 mA bei ca. 4,0 V Zellenspannung) . Ein sehr  hoher Wert, der schnellstes Ausgleichen auch "zickiger" LiPo-Zellen  garantiert! Leider wird dessen Aktivität im Display nicht angezeigt.
Sowohl im Storage-/ Lade-/ als auch im Entladeprogramm lassen sich die  Spannungsgrenzen in feinen 0,01 V Schritten anpassen. Das Gute dabei,  diese Spannungswerte sind 100% praxisgerecht.
Zur Kontrolle erfolgte noch eine NiMh-Ladung. Hier mussten meine Eneloop  AA-Zellen (2000 mAh) herhalten. Die 0,7 A Ladung erfolgte fehlerfrei.  Nach der "Voll-Abschaltung" waren die Eneloop eben handwarm (DeltaPeak  Vorgabe: 8 mV) - perfekt!  

Plus & Minus
+ Extrem handlich und bedienerfreundlich, 100% Mobilität
+ völlig unkomplizierte "Multi"-Bedienung mit der Einknopf "Roll-Druck" Option
+ Super helles und scharf zeichnendes Display
+ deutschsprachige Menüführung
+ Hohe Ladeleistung mit 300 W (max. 14 A) ab 22 V Eingangsspannung
+ Hohe Ladeleistung mit 150 W (max. 14 A) ab 12 V (12 V Pb Batterie)
+ Praxisgerechtes System-Setup
+ Pflegt (Zyklus?) bis zu 6 LiPos
+ einstellbare Spannungsgrenzen in 0,01 V Schritten (Laden/Entladen/Lagern)
+ Genaue Spannungswerte (gute Kalibrierung)
+ kräftige Balancerports
+ Updatemöglichkeit mit dem Linker vorgesehen
+ Wandlerregelzeiten okay mit ca. 0,5s (siehe Text)
-  ungünstiger Balanceralgorithmus
-  nur 8 W Entladeleistung
-  Stromabweichung zu hoch mit -10% (siehe "Nachtrag" oben!)
-  leiser "Fertig" Pieper
-  keine Lade-/Entladespeicher
-  mageres Zubehör
  
Mein Resümee
Ein  wirklich erstaunliches Ladegerät. Es ist sehr klein und handlich,   intuitiv bedienbar und dennoch leistungsstark. Geräte "von gestern"  waren  in so  einem Gehäuse in die 30 W Klasse ein zuordnen. Hier sind  es das   Zehnfache und 300 W mit bis zu 14 A Ladestrom! Das Q6-Plus hat  richtig  gute  Laune und Begeisterung beim Test verbreitet, auch bei den  Kollegen  in  der Testphase.  Nur, bei Licht bildet sich Schatten, hier  in Form  eines Fehlabgleichs des Ladestromes, der nachträglich per  SW-Update behebbar war! Wer die Summe aller   Eigenschaften vor Augen  führt kommt nur zu einem Schluss: Ein tolles Power-Kleinladegerät, das seines Gleichen in der Kompaktheit und dem Preisleistungsverhältnis sucht. Für mich eine klare Kaufempfehlung!



Stand: Februar 2017 (FW 2.1.0.13)
       
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